



Ben Zaugg im Element. Hier am Bernisch-Kantonalen Schwingfest 2026
Vor gut zehn Jahren begann Ben Zaugg seine Lehre bei der Hans Schmid AG. Heute arbeitet er als Polier im selben Betrieb. Dazwischen wurde er Schweizer Meister, Maurer-Weltmeister und entwickelte sich vom Vorarbeiter bis zum Polier. Wir sprachen mit Ben über seine Karriere und seine Liebe zum Handwerk. Ein Porträt.
Dass Ben diesen Weg gegangen ist, kommt nicht von ungefähr. Er wusste bereits früh, dass er in dieser Branche richtig ist. Schon während der Lehre arbeitete er auf unterschiedlichsten Baustellen im Hoch- und Tiefbau. Nach dem Lehrabschluss übernahm er rasch eigene Baustellen; mit der Zeit wurden die Projekte grösser und anspruchsvoller.
Schritt für Schritt entwickelte sich aus dem Lernenden ein Polier. Nicht, weil er möglichst schnell Karriere machen wollte, sondern weil ihn sein Beruf bis heute begeistert. «Wenn eine Baustelle fertig ist, bin ich jedes Mal stolz», sagt Ben. Ob mauern, betonieren oder Arbeiten im Tiefbau: Entscheidend ist für ihn nicht, welche Aufgaben anstehen, sondern dass am Ende etwas entsteht, hinter dem er stehen kann.
Diese Haltung prägt auch seinen Blick auf die Zukunft. Trotz Weltmeistertitel im Jahr 2022 sucht Ben nicht den nächsten Erfolg. Vielmehr beschäftigt ihn, was ihn als Führungsperson ausmacht: «Ich versuche ständig, die Abläufe auf der Baustelle zu optimieren – wie man es halt so macht als Polier». Tag für Tag überlegt er, was effizienter, ökologischer und kostengünstiger geht, ohne dass die Qualität darunter leidet. Fragen, die die ganze Branche beschäftigen.
Auch seinem Lehrbetrieb ist er treu geblieben. Dort konnte er sich entwickeln, erhielt die nötige Unterstützung, sich für Berufsmeisterschaften vorzubereiten und letzten Endes die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen. Heute führt Ben dieselben Kollegen, die ihm einst ins Handwerk lehrten. «Gerade am Anfang war es für mich aber schon ungewohnt, da die meisten Personen, die mir unterstellt sind, älter sind als ich. Mittlerweile ist die Akzeptanz aber sehr gross und ich werde von allen unterstützt», sagt Ben.
Bens beruflicher Weg zeigt, dass Karriere Zeit braucht. Sie entsteht nicht mit einem einzelnen Titel oder einer Beförderung, sondern wächst über Jahre hinweg – mit einer grossen Portion Freude am Handwerk, Vertrauen und der Bereitschaft, jeden Tag dazuzulernen. Wer Ben erlebt, merkt schnell: Er ist keiner, der sich in den Vordergrund drängt. Seine Arbeit spricht für ihn. Und vielleicht ist genau das der Grund, weshalb er nach all den Jahren noch immer jeden Morgen gerne auf die Baustelle geht.
Vor drei Jahren haben wir Ben auf der Baustelle begleitet. Das Porträt zeigt eindrücklich, wie viel Leidenschaft er für seinen Beruf mitbringt – und weshalb seine Begeisterung bis heute unverändert geblieben ist.





