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Eine Frau als Maurerin? Anfang der 90er-Jahre war das für viele Betriebe unvorstellbar. Entsprechend schwierig war es für Barbara Pulfer, eine Lehrstelle auf dem Bau zu finden. Doch sie liess sich nicht entmutigen. Schliesslich bekam sie ihre Chance bei der Wirz AG und nutzte sie eindrücklich. Heute blickt sie auf 35 Jahre in der Baubranche zurück. Ein Porträt.

Barbara startete ihre berufliche Laufbahn mit einer Lehre als Hochbauzeichnerin. Doch während ihrer Ausbildung stiess sie auf ein Interview, das ihre Zukunftspläne verändern sollte. Eine Bauführerin erzählte darin von ihrem Berufsalltag und weckte damit Barbaras Interesse. Für sie stand fest: Eines Tages wollte sie selbst auf dem Bau die Verantwortung übernehmen.

Der Weg dorthin führte für sie über das Handwerk. Barbara entschied sich, eine zweite Lehre als Maurerin zu absolvieren. Für eine Frau war dieser Entscheid damals alles andere als alltäglich. Sie wusste, dass sie damit Neuland betrat. Ihre Eltern waren zunächst überrascht, unterstützten ihre Tochter aber bei ihrem Vorhaben. Schwieriger wurde es bei der Suche nach einer Lehrstelle.

Auf Frauen war der Bau nicht vorbereitet

Viele Betriebe waren schlicht nicht auf Frauen eingestellt. Das zeigte sich schon bei alltäglichen Dingen. Auf der Baustelle gab es beispielsweise nur einen einzigen Container zum Umziehen. Für manche Unternehmen war bereits die fehlende Infrastruktur ein Argument gegen eine weibliche Lernende.

Dazu kamen Vorbehalte gegenüber Frauen im Maurerberuf. Die körperlich anstrengende Arbeit wurde ihnen oft nicht zugetraut. Über einen Freund kam schliesslich der Kontakt zur Wirz AG Bauunternehmung zustande. Dort erhielt sie die gesuchte Lehrstelle und konnte zeigen, was in ihr steckte. Und das tat sie eindrücklich. Barbara schloss ihre Maurerlehre als Beste ihres Jahrgangs im Kanton Bern ab. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis erzielte sie das beste Resultat. Sie selbst gibt sich bescheiden: «Wenn man die Arbeit gerne macht, ist man auch gut darin.»

Erst die dritte Bauführerin der Schweiz

Die Arbeit auf dem Bau gefiel Barbara. Sie arbeitete gerne draussen und mochte das Handwerk. Gleichzeitig verfolgte sie den Plan weiter, der bereits während ihrer ersten Lehre entstanden war: Bauführerin zu werden.
Damit gehörte sie erneut zu den Pionierinnen der Baubranche: Barbara war erst die dritte Bauführerin der Schweiz.
Nach ihrer Ausbildung zur Bauführerin kehrte sie zur Wirz AG zurück. 35 Jahre sind seither vergangen. Eine lange Zeit, in der Barbara nicht nur der Baubranche, sondern auch ihrem Arbeitgeber treu geblieben ist.

Etwas schaffen, das bleibt

Seit Barbaras Anfängen hat sich auf den Baustellen einiges verändert. Frauen sind zwar noch immer in der Unterzahl, doch inzwischen trifft sie deutlich häufiger auf Frauen in Bauberufen. Sie selbst hat gezeigt, dass nicht das Geschlecht, sondern Können und Leidenschaft zählen.

Für Barbara ist die Arbeit in der Baubranche nach wie vor ein Traumjob. Besonders schätzt sie, dass am Ende eines Projekts ein sichtbares Ergebnis steht.

 

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